Sonntag, Dezember 09, 2018

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Der Weg der Seele aus spiritueller Sicht
pruefer-1
Träumer: Wenn es mir erlaubt ist, eine Frage zu stellen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wer bin ich und was ist der Sinn?
Wächter: Alle Fragen nach Sinn sind höchst verwirrend, weil sie implizieren, dass es so etwas wie einen Sinn geben muss. Das aber wiederum setzt eine Art von Nicht-Sinn voraus. Ein Umstand, der diese denkerische Konstruktion aus höherer Sicht im gleichen Atemzug wieder zusammenbrechen lässt.
Träumer: Wie sollte der Mensch in einer nicht dualen Welt dann handeln? Gibt es ein Tun ohne erkennbaren Sinn?
Wächter: Handle oder handle nicht, aber tue es in Übereinstimmung mit deinem tiefen inneren Willen. Es gibt keine falschen Aussagen. Sie stimmen immer auf der Bewusstseinsebene, auf der der Mensch seine Fragen stellt. Richtig oder Falsch sind nur Wegmarken innerhalb der Dualität. Deshalb führen uns alle Fragen nach Sinn oder Nicht-Sinn im Grunde nicht weiter, weil sie eine Voraussetzung schaffen, die der Intellekt nicht lösen kann.
Träumer: Aber gibt es nicht eine höhere Führung? Als Suchender versuchte ich meine Visionen in einem langsamen Prozess der Entstehung in die Realität zu heben und dort dann darüber zu reflektieren, was ich aus mir hervorgeschaufelt hatte. So ließ ich mich von meiner inneren Stimme leiten. Das brachte mich oft an den Abgrund des Wahnsinns. Besonders, wenn ich darüber nachdachte, ob und wie sich das alles in der Realität umsetzen lässt. Deshalb stellte sich mir immer wieder die Frage: Wie lässt sich das Denken mit dem Denken überwinden?
Wächter: Man kann nicht Dinge aus dem Nichts auf der Frequenz menschlicher Realität materialisieren, aber man kann das Bild der Materie auf eine geträumte oder eine vorgestellte Ebene verschieben und dort beschwören, wo es keiner merkt. Man kann auch den Willen eines anderen Menschen nicht unter Kontrolle bringen, aber man kann in sein Energiepotential eindringen und unbekannte Persönlichkeitsteile in ihm wecken, was von außen wie eine seelische Umschichtung wirkt - die bevorzugte Methode südamerikanischer Heiler. Es geht nicht darum, sich selbst oder andere zu manipulieren, sondern um herauszufinden, was in einem selbst oder in anderen durch die inneren oder äußeren Umstände verändert werden will.
Träumer: Ich spüre in diesem Moment in mir den Träumer, der an die Pforte der Erkenntnis anklopft!
Wächter: Nun, da gibt es viele Träumer, die sich gegenseitig träumen, genauso wie es viele Systeme in der Realität gäbt, in denen wir uns bewegen und handeln, auch wenn sie dem dualen Ego unbekannt sind. Wir haben es in unserer Psyche nicht nur mit Erlebnissen zu tun, an die wir uns erinnern können, sondern auch mit Begebnissen, die wir von uns abgespalten haben. Und neben den bewussten und verdrängten Vorgängen haben wir uns noch mit unerlebten, aber uns zugehörigen Erfahrungsmustern auseinanderzusetzen, die wir energetisch in unsere Erinnerungen eingeknüpft haben.
 

Die zukünftige Erinnerung

Wächter: Die Straße der Zukunft rollt auf dem Pflaster vergangener Erfahrungen. Sie verändert sich je nach Verschiebung des Fokus, durch dessen Linse wir die Welt betrachten. Jede Veränderung der Perspektive verwandelt natürlich auch den Hintergrund, auf den sich die Erfahrung der ursprünglichen Sichtweise bezieht, und man kann von verschiedenen Standpunkten aus verschiedene Assoziationsebenen auslösen, die unbekannte Teile unserer Persönlichkeit freilegen. Andererseits wird jedes zukünftige Erlebnis an den Erfahrungen der Vergangenheit gemessen und der Gefühlswert des Zukünftigen damit aus dem Verflossenen assoziiert. Somit ist die zukünftige Erfahrung lediglich das Resultat der Messung neuer Eindrücke an den vergangenen Beobachtungen auf anderen Ebenen, deren Auswirkungen wie die Ringe eines ins Wasser geworfenen Steines sich immer wieder auf die ursprüngliche Prägung in der Kindheit beziehen.
Träumer: Du glaubst, dass ich mir meine eigene Vergangenheit aufgrund meiner Zukunftsoptionen erschaffe?
Wächter: Ja, die Gedanken, die das Gerüst einer erlebten Vergangenheit zusammenhalten, werden größtenteils von den zukünftigen Plänen in der Gegenwart gesteuert. Negative Erinnerungen werden einfach uminterpretiert oder gelöscht, und sie sind dann zumindest im persönlichen Inventar nicht mehr vorhanden.
Träumer: Wenn es keine isolierte Vergangenheit gibt, auf was beziehen sich dann die ?zukünftigen Erinnerungen??
Wächter: Vergangenheit ist als zukünftige Erinnerung stets Teil einer sich ständig aussteuernden Gegenwart, und sie wird zu jedem Augenblick neu arrangiert. Manche Erlebnisse können sogar als vergessenes Ereignis im Unbewussten wirken, bis sie als unerlebte Vergangenheit in der persönlichen Realität auftauchen. Oder sie können als unerlebte Wirklichkeit im Unbewussten wirken, zumindest solange, bis sich das ?unbearbeitete? Unerlebte in die Zwischenwelt der Träume und Phantasien eingefügt hat.
Träumer: Das wäre ja ungeheuerlich!
Wächter: Das ist aber noch nicht alles. Diametral zu den Ereignissen, die wir zwar erlebt, aber verdrängt haben, gibt es unerlebte Wunschvorstellungen, die wir nicht erfahren haben, die aber trotzdem so stark mit uns verbunden sind, dass wir sie als Teil unserer Erinnerung betrachten. Diese Geschehnisse bilden mit anderen unerlebten Energien Erlebnisbündel, die unter unserer Bewusstseinsschwelle eigene Träume kreieren und, ohne je Realität zu werden, auf unsere Persönlichkeit großen Einfluss nehmen können.
Träumer: Du willst sagen, jeder Träumer kreiert seinen individuellen Trauminhalt, eine Mischung zwischen verdrängten Erlebnissen, zukünftigen Erwartungen und tatsächlich erlebten persönlichen Erfahrungen.
Wächter: Nicht nur das. Träumer können das mentale Geschen so verändern, dass sie im Nachhinein tatsächlich glauben, unrealisierte Begebenheiten in der Wirklichkeit erfahren zu haben. Überhaupt gibt es noch viele andere Impulse im Netz der menschlichen Frequenz, von denen der Ich-Zensor nichts weiß. Er würde glatt durchdrehen, wenn er merken würde, dass er über das erlebte Geschehen keine Kontrolle hat.
Träumer: Oh je ? Dann ist er der Persönlichkeitsteil in mir, der ständig mit Irrenhaus, Untergang oder Zusammenbruch droht, wenn ich seinen Vorstellungen nicht folge.
Wächter: Ja. Es ist der Verstand und sein Energielevel wird durch die Resonanz bestimmt, wie du die dir anerzogene Welt akzeptierst. Umgekehrt stellt er die Aspekte der Wesenheit dar, die du als Ziel innerhalb der Gesellschaft zum Ausdruck bringen kannst. Lass uns nun zur Multidimensionalität deines Unbewussten zurückkehren. Nehmen wir nur personifizierte Energiefelder, die irgendwie zwischen den Welten stecken geblieben sind und in der Zwischenwelt ihr Unwesen treiben. Damit sind nicht nur Klopfgeister und andere Spukgespenster gemeint. Folterungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen und andere seelische Schocks können im Persönlichkeitskern des Menschen Kurzschlüsse auslösen, die zu Spaltungen führen, die die Rachegefühle der betroffenen Persönlichkeitsstruktur übernehmen. Der herbeigerufene Wächter oder Schatten beginnt im Auftrag des Ichs, eine andere mögliche Erfahrung, als die, die ihm angetan wurde, nachzustellen, und in dieser übernimmt er den gegenüberliegenden Pol. Irgendwo in den Träumen oder in einer Zwischenwelt taucht plötzlich eine bisher unbekannte Persönlichkeitskonfiguration auf, ohne persönlichen Hintergrund, aber mit einem klaren Ziel: Das verlorene Gleichgewicht aus der erlittenen Handlung durch einen übertriebenen Akt auf der anderen Seite wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Träumer: Was willst du damit ausdrücken?
Wächter: Träume beeinflussen unsere Lebensziele. Durch unsere Träume greifen wir in die Speichen unseres Schicksalsrades. Umgekehrt fließen materielle Ziele auch in die Träume zurück. Doch manchmal verbinden sich die beiden Systeme nicht auf der gleichen Ebene. Der Mensch erschafft durch traumatische Erlebnisse dunkle Realitäten und drückt durch seine Gefühlsbündel und Vorstellungsmuster finstere Wesen ins Leben, von deren psychischen Beschaffenheit er keine Ahnung hat.
Träumer: Das bedeutet, dass Träumer und Geträumtes nicht mehr auf der gleichen Ebene agieren?
pruefer-2Wächter: Ja. Der Punkt, in dem sich Realität und Traum schneiden, hat sich aus der Position der inneren Selbstbetrachtung nach unten verschoben. Der Ort, an dem dieser normalerweise an einer bestimmten Stelle der menschlichen Wahrnehmung erscheint, ist durch die Gewohnheit determiniert, die Welt so zu betrachten, wie sie sich einem darstellt. Wir nennen es die menschliche Schaltzentrale. Umgekehrt ist die überlieferte Welt eine Folge der Tatsache, den Schnittpunkt zwischen Realität und Träume genau an der Stelle festzuhalten, an der die Schaltzentrale sie platziert. Verschiebt sich dieser Punkt, denn verdreht sich dem Betreffenden die Welt.
Träumer: Dann gilt der bewusste Träumer als verrückt?
Wächter: In der Psychiatrie würde man glauben, sein Verstand hätte sich gespalten, weil die verschiedenen Persönlichkeitsteile nicht mehr auf der gleichen Wellenlänge kommunizieren. Sie sind durch ihre Spaltung nicht mehr mit der Zentrale verbunden, von der sie ursprünglich ein Teil waren, und daher nicht mehr gezwungen, stets das anerzogene Inventar zu zementieren. Sie sind im wörtlichen Sinn frei, denn sie haben sich in ganz verschiedene Universen ausgestreut!
 

Bin ich dann Gott ?

Träumer: So kann ich, statt mein anerzogenes Weltbild zu kontrollieren, das mir ein selbst montiertes Bild von Sicherheit reflektiert, mein unbeschränktes Wissen nutzen, über das ich unbewusst vergüte?
Wächter: Ja. Aus unserer Sicht hast du lediglich das ständige Begaffen und Verschieben der kollektiven, dir anerzogenen und aufoktroyierten Werte verloren, durch das sich die Menschen gemeinsam an ihr anerzogenes Inventar klammern, und dafür das persönliche Empfinden einer ganzen Armee von inneren Personen eingetauscht.
Träumer: Und was kann ich für das verlorene Bild meiner Sicherheit gewinnen?
Wächter: Einen tieferen Einblick in dein eigenes Unbekanntes. In die Armada deiner vielen inneren Personen auf ihren verschiedenen Ebenen, die alle miteinander verbunden sind, aber unabhängig vom Kontrollzensor deiner inneren Selbstbetrachtung agieren. Und das ist das Wunder - ohne die Verbindung zu deinem Verstand gänzlich aufzugeben !
Träumer: Gibt es da noch mehr zu erfahren?
Wächter: Ja, aber nur, wenn du die Position des Sehens verlässt.
Träumer: Das versteh ich nicht!
Wächter: Das ist auch schwer zu erklären, solange du mit deinem Verstand verbunden bist. Es ist ein Gefühl, das man mit umstülpen umschreiben könnte. Stell dir einfach vor, dass du alles, was du außerhalb von dir siehst, aufgrund deines dir anerzogenen Inventars erschaffst. Wenn du nun die ganze Welt, die du siehst, umzustülpen versuchst, dann siehst du, wie sie selbst wieder zum Abbild wird, zur Vorstellung, wie du die Welt zu betrachten gelernt hast.
Träumer: Aber wenn ich das Bild um mich herum umstülpe, werde ich dann nicht von meiner eigenen Vorstellung verschluckt?
Wächter: Im Gegenteil! Du bist dann der Kosmos, der die menschliche Vorstellung aus sich heraus gebärt. Du befindest dich dann in deiner inneren Mitte, die alle Persönlichkeitsteile, die um sie rasen, ständig ausbalanciert.
Träumer: Wenn es mir nicht mehr möglich ist, mich mit meinem bewussten Ich zu identifizieren, bin ich dann Gott?
Wächter: Du bist, wie ich schon gesagt habe, der Träumer wie auch der Geträumte in einem Ausschnitt, der ein Ausschnitt aus einer Szene ist, die wiederum innerhalb eines Themas nur eine weitere Randbemerkung unter der Frage "Wer ist ich?" darstellt. Wenn du dieses Wissen einmal erlangt hast, brauchst du keinen Gott mehr. Gott gehört zum Schwingungsbereich der Menschen ähnlich den Begriffen wie Frieden oder Paradies. Diese Ziele müssen ständig gesucht werden, dürfen aber niemals erreicht werden, denn das wäre der Zusammenbruch der menschlichen Evolution. Deshalb gibt es auch kein Ende für die Suche nach Gott, denn Gott ist die Quelle, aus der alles strömt, und der als solches auch nicht erfasst werden kann, denn in dem Moment, indem Gott erkannt werden kann, wäre der Mensch wieder zurück in der Einheit, in seinem Paradies, und dann versiegt das Ziel, auf das hin er sich entwickeln kann.